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Aktuelles/Info

BD Venflon Pro Safety: Passiver Nadelschutz für die klassische intravenöse Therapie

 

Gestern haben wir über den BD SAF-T-INTIMA geschrieben – ein Sicherheitsverweilkatheter, der speziell für subkutane Anwendung und schwierige Venenverhältnisse gebaut ist. Heute geht es um den zweiten großen Sicherheits-Klassiker aus dem BD-Sortiment: den Venflon Pro Safety. Er ist keine Alternative zum SAF-T-INTIMA, sondern die konstruktive Umsetzung derselben Sicherheits-Philosophie für die klassische intravenöse Therapie mit Luer-Ansatz.

In diesem Beitrag erklären wir, was den Venflon Pro Safety in der klinischen Praxis auszeichnet, warum das Katheter-Material BD Vialon einen realen Unterschied macht und wie sich die Größenpalette auf die typischen Anwendungssituationen aufteilt. Der Beitrag richtet sich an Klinik-Einkäufer, Anästhesie-Verantwortliche, Stationspflege und Ambulanzleitungen, die die Sicherheits-PVVK für ihre Einrichtung standardisieren wollen.

Venflon Pro Safety und SAF-T-INTIMA – zwei Sicherheits-PVVK, zwei Anwendungslogiken

Beide Produkte kommen aus dem BD-Sortiment und beide arbeiten mit passivem Nadelschutz. Trotzdem sind sie für unterschiedliche Anwendungen konstruiert:

Merkmal

Venflon Pro Safety

SAF-T-INTIMA

Anschluss

direkter Luer-Lock-Anschluss

Y-Ansatz mit Schlauch

Zuspritzventil

integriert, mit Schnappverschluss

Y-Port

Bevorzugte Anwendung

klassische i.v.-Therapie, Bolus, Infusion

subkutan, Kopfvenen, schwierige Venen

Katheterlänge

25–45 mm je nach Größe

kürzer, für spezielle Applikationen

Nadelschutz

passiv, irreversibel einrastend

passiv, in Schutzkammer versenkt

Typische Zielgruppe

Anästhesie, Notaufnahme, Klinikstation

Palliativ, Pädiatrie, Geriatrie

 

Kurz gesagt: Der Venflon Pro Safety ist die richtige Wahl, wenn eine klassische periphere Venenverweilkanüle mit Luer-Anschluss und integriertem Zuspritzventil gebraucht wird – ergänzt um passiven Nadelschutz. Der SAF-T-INTIMA ist dann die richtige Wahl, wenn das Anwendungsprofil vom Standard abweicht (subkutan, Kopfvenen, schwierige Zugänge).

BD Vialon – das Katheter-Material, das den Unterschied macht

Ein Punkt, an dem der Venflon Pro Safety konstruktiv besonders auffällt, ist das Katheter-Material. Statt eines Standard-Polyurethans setzt BD auf sein hauseigenes Vialon – ein spezielles Polyurethan-Compound mit definierten Eigenschaften.

  • Erweichung in der Vene. Das Material erweicht nach dem Einbringen in die Körpertemperatur um bis zu 70 Prozent gegenüber der Ausgangssteifigkeit. Bedeutet: Der Katheter passt sich der Vene an, statt sie mechanisch zu reizen. Klinisch dokumentierte Folge: geringere Rate mechanisch bedingter Phlebitiden, längere Verweildauer.
  • Röntgenkontrastfähigkeit. Der Vialon-Katheter ist im Röntgen sichtbar. Relevant bei radiologischen Kontrollen, in der Bildgebung und wenn im Bedarfsfall die genaue Lage des Katheters bestätigt werden muss.
  • Latex- und PVC-frei. Für Patientinnen und Patienten mit Latex-Allergie ein zwingender Standard. Auch bei Neugeborenen und in der pädiatrischen Onkologie ist die PVC-Freiheit ein relevantes Sicherheits-Merkmal.
  • Verjüngter Katheter-Tip. Der Übergang von Nadel zu Katheter ist konisch ausgeformt. Reduziert die Gewalteinwirkung auf die Venenwand während der Punktion und verringert das Risiko einer Verletzung der Gefäßrückwand.

Konstruktive Details, die im Alltag zählen

Neben Material und Nadelschutz sind es die kleinen Konstruktionsmerkmale, die die tägliche Anwendung erleichtern oder erschweren. Beim Venflon Pro Safety fallen fünf Punkte auf:

  • Ergonomische Griffplatte. Der Bereich, an dem der Anwender die Kanüle während der Punktion festhält, ist so geformt, dass alle gängigen Punktionstechniken (Ein- und Zweihand, Palm-up und Palm-down) funktionieren.
  • Flexible Fixierflügel. Die Flügel sind so ausgelegt, dass sie sich der Hautoberfläche anpassen und mit einem Standardfixierpflaster wie dem Rudaven plus zuverlässig fixieren lassen.
  • Integriertes Zuspritzventil mit Schnappverschluss. Erlaubt die schnelle Bolus-Applikation ohne zusätzliches Adapter-Element. Der Schnappverschluss ist einhändig bedienbar und sitzt fest, ohne festgeschraubt werden zu müssen.
  • Rückschliff der Punktionsnadel. Der "back-cut needle bevel" ist ein spezifischer Schliff, der die Haut sauber öffnet und schmerzarme Punktion ermöglicht. Ein Detail, das Anwender nach dem ersten Wechsel meist nicht mehr missen wollen.
  • Fühl- und hörbares Einrasten des Nadelschutzes. Beim Ziehen der Nadel rastet die Schutzhülse irreversibel ein – der Anwender hört und fühlt, dass der Schutz aktiv ist. Diese Rückmeldung ist im Alltag wichtiger, als es klingt.

Größenübersicht der KÄB-geführten Varianten

Der Venflon Pro Safety ist mit farbcodierten Kanülen-Größen nach ISO-Standard gekennzeichnet. Wir führen in unserem Standard-Sortiment die häufig gebrauchten Größen:

Art.-Nr.

Größe

Maße

Farbe

Flussrate H2O

393222

22G

0,9 × 25 mm

Blau

ca. 42 ml/min

393224

20G

1,1 × 32 mm

Rosa

ca. 67 ml/min

 

Weitere Größen des Venflon Pro Safety (18G grün, 17G weiß, 16G grau, 14G orange) sind auf Anfrage kurzfristig verfügbar. Wenn Sie regelmäßig eine spezielle Größe brauchen, nehmen wir sie gerne in Ihren Rahmenvertrag auf.

Welche Größe für welche Anwendung?

Die Wahl der PVVK-Größe folgt drei Kriterien: der geplanten Flussrate, den Venenverhältnissen der Patientin und dem Zeitraum, für den der Zugang liegen soll. Grobe Orientierung:

Größe

Typische Anwendung

Patientengruppe

22G Blau

Standard-Infusionen, Antibiose, langsame Medikamentengabe

Pädiatrie, Geriatrie, feine Venen

20G Rosa

Standard bei Erwachsenen, Volumensubstitution, Transfusion

allgemeinmedizinischer Regelfall

18G Grün

Rasche Volumengabe, Blutkonserven, kontrastmittelgestützte Bildgebung

Anästhesie, Notaufnahme, Schockraum

16G / 14G

Massentransfusion, Volumenmanagement bei polytraumatisierten Patientinnen

Schockraum, OP, Intensivmedizin

 

Für eine allgemeinmedizinische Praxis reichen erfahrungsgemäß die Größen 22G und 20G als Standardvorrat aus. Krankenhäuser und Notaufnahmen führen typischerweise das komplette Größenspektrum.

Der Venflon Pro Safety in der Sicherheitsstrategie der Einrichtung

Sicherheits-PVVK sind kein isoliertes Produkt, sondern Teil einer Gesamt-Sicherheitsstrategie im Umgang mit spitzen und scharfen Instrumenten. Vier Elemente, die zusammen die volle Wirkung entfalten:

  • Sicherheits-PVVK (Venflon Pro Safety oder SAF-T-INTIMA je nach Anwendung) als Grundausstattung – wer eine klassische i.v.-Kanüle braucht, greift zur Sicherheitsvariante
  • Kanülenabwurfbehälter nach TRBA 250 in unmittelbarer Reichweite der Anwendung – die Behälterlogistik ist bei Sicherheits-Kanülen genauso wichtig wie bei Standardprodukten
  • Fixierpflaster mit klarer Einstichstellen-Sicht (Rudaven plus oder Rudaven universal) – ergänzt den Katheter zum vollständigen Anlage-Set
  • Schulung und Auffrischung – auch die beste Sicherheitskanüle wirkt nur, wenn die Anwender die richtigen Handgriffe kennen; ein Wechsel des Produkts ohne Einweisung ist eine verpasste Chance

Häufige Anwendungsfehler

  • Der Nadelschutz-Einrast-Punkt wird nicht abgewartet – die Nadel zu früh weggeworfen, ohne den Klick zu spüren
  • Das Zuspritzventil wird nach Bolus-Applikation offen gelassen, statt den Schnappverschluss zu betätigen
  • Bei der Fixierung wird nicht auf saubere Trocknung der Hautdesinfektion gewartet – die Klebekraft des Fixierpflasters ist damit reduziert
  • Der Luer-Anschluss wird zwischen Anwendungen nicht mit einem Kombistopfen verschlossen – die Kontaminationsgefahr steigt
  • Die Größe wird pauschal nach Alter gewählt statt nach Venenverhältnissen – eine 65-jährige Patientin mit stabilen Venen kann eine 20G vertragen, eine 40-jährige mit feiner Vene braucht 22G
  • Der Kanülenabwurfbehälter steht nicht in Reichweite – auch bei Sicherheits-PVVK gilt die TRBA-250-Vorgabe

FAQ

Ist der Venflon Pro Safety mit klassischen Zuspritzsystemen kompatibel?

Ja. Der integrierte Luer-Lock-Anschluss ist ISO-konform und passt auf alle handelsüblichen Infusionssysteme, Spritzenanschlüsse und nadelfreien Konnektoren. Ein Wechsel von einer klassischen Standard-PVVK auf den Venflon Pro Safety ändert die Anschluss-Logik in der Einrichtung nicht.

Warum ist der Nadelschutz "irreversibel"?

Sobald der Schutzmechanismus einrastet, kann die Nadel nicht mehr aus der Schutzhülse herausgezogen werden. Damit ist auch der spätere Kontakt mit der gebrauchten Nadel ausgeschlossen. Aus regulatorischer Sicht ist genau diese Irreversibilität ein wesentliches Merkmal, das die EU-Richtlinie 2010/32 fordert.

Wie lange darf ein Venflon Pro Safety liegen?

Die klinisch indizierte Wechselstrategie der KRINKO gilt auch hier: Der Zugang bleibt, solange er funktionsfähig, ohne Komplikationszeichen und ordnungsgemäß fixiert ist. Das BD Vialon-Material begünstigt längere Verweilzeiten, weil es die mechanisch bedingte Phlebitis reduziert. Die konkrete Vorgabe folgt der Hausleitlinie.

Kann der Venflon Pro Safety über eine bestehende Vene mit nadelfreiem Konnektor verbunden werden?

Ja. Der Luer-Anschluss ist mit nadelfreien Konnektoren wie dem KABL17 kompatibel. Die Kombination Sicherheits-PVVK plus nadelfreier Konnektor ist der aktuelle Stand für Einrichtungen, die maximale Nadelsicherheit im Behandlungsalltag umsetzen wollen.

Wie unterscheidet sich der Venflon Pro Safety von der KÄB Venotiva?

Die Venotiva ist eine hochwertige klassische PVVK aus dem KÄB-Sortiment ohne integrierten Nadelschutz. Der Venflon Pro Safety ist die Sicherheits-Variante mit passivem Schutz. Wer bereits mit der Venotiva arbeitet und den Schritt Richtung Nadelstichprävention gehen möchte, hat mit dem Venflon Pro Safety eine funktional vergleichbare Nachfolgeoption.

Sind auch größere Ausführungen erhältlich?

Ja. Neben den bei uns geführten 22G und 20G bietet BD den Venflon Pro Safety auch in 18G (grün), 17G (weiß), 16G (grau) und 14G (orange). Wir liefern die weiteren Größen auf Anfrage kurzfristig und nehmen sie gerne in laufende Rahmenverträge auf.

Bestellung und Beratung

Der BD Venflon Pro Safety (Art.-Nrn. 393222 22G, 393224 20G) ist über unseren Onlineshop unter kaeb.at/shop bestellbar. Für Rahmenverträge, kombinierte Bestellungen aus dem Sicherheits-Sortiment (SAF-T-INTIMA, Kanülenabwurfbehälter, Fixierpflaster) oder eine Beratung zur passenden Größenstruktur für Ihre Einrichtung erreichen Sie unseren Innendienst unter +43 6245 84051 oder per E-Mail an office@kaeb.at.

 

Verlinkungs-Vorschläge beim Einpflegen

Interne Links im Fließtext:

  • Bei der ersten Nennung des Venflon Pro Safety 393222: Link auf die Produktseite im Shop
  • Bei "BD SAF-T-INTIMA" / "gestern": Cross-Link zum SAF-T-INTIMA-Post (W5-Mo)
  • Bei "Nadelstichverletzung" / "EU-Richtlinie 2010/32": Cross-Link zum Nadelstich-Ratgeber (W3-Mi)
  • Bei "Kanülenabwurfbehälter nach TRBA 250": Cross-Link zum Kanülenabwurfbehälter-Post (W4-Fr)
  • Bei "Rudaven plus" / "Rudaven universal" / "Fixierpflaster": Cross-Link zum Kanülenfixierpflaster-Post (W4-Di)
  • Bei "KÄB Venotiva" / "klassische PVVK": Cross-Link zum Venotiva-Post
  • Bei "KABL17" / "nadelfreier Konnektor": Vorwärts-Link auf den kommenden KABL17-Post (W7-Mo)
  • Bei "Kombistopfen": Cross-Link zum Kombistopfen-Post (W3-Do)
  • Bei "Rahmenvertrag": Cross-Link zum Bestellzyklus-Ratgeber (W3-Fr)

Externe Verweise (nur erwähnen, nicht verlinken):

  • EU-Richtlinie 2010/32/EU – Schutz vor Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente
  • Nadelstichverordnung Österreich
  • TRBA 250 – Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen
  • KRINKO-Empfehlung zur Prävention katheterassoziierter Infektionen
  • BD (Becton Dickinson) – Herstellerinformationen zum Vialon-Material

Tags/Kategorien im TYPO3:

  • Kategorie: Produkt, Injektion und Infusion, Arbeitsschutz
  • Tags: BD Venflon Pro Safety, Sicherheitsvenenverweilkanüle, passiver Nadelschutz, BD Vialon, TRBA 250, PVVK, intravenöse Therapie