Aktuelles/Info
Wer in einer Notaufnahme, auf einer internistischen Station oder in einer onkologischen Tagesklinik arbeitet, weiß: Die periphere Venenverweilkanüle ist eines der am häufigsten eingesetzten Medizinprodukte überhaupt. Geschätzt wird, dass allein in Österreich jährlich mehrere Millionen PVVK gesteckt werden. Umso bemerkenswerter, wie selten über die Unterschiede zwischen den Produkten gesprochen wird – obwohl sie sich in Sicherheit, Handhabung und Folgekosten erheblich unterscheiden.
Wir haben mit der KÄB Venotiva eine periphere Venenverweilkanüle ins Sortiment aufgenommen, die in den genau jenen Punkten Antworten geben will, die im Stationsalltag tatsächlich zählen. Dieser Beitrag fasst zusammen, was das Produkt technisch ausmacht – und worauf Sie als Einkäuferin oder Anwender bei der Auswahl achten sollten.
Drei Risiken, die jede PVVK adressieren muss
Bevor wir auf die Venotiva eingehen, lohnt sich der Blick auf die drei zentralen Risikobereiche, die in der täglichen Anwendung immer wieder auftauchen:
- Nadelstichverletzungen. In Deutschland werden jährlich mehrere Hunderttausend Nadelstichverletzungen geschätzt – ein erheblicher Anteil betrifft Venenverweilkanülen. Die EU-Richtlinie 2010/32/EU und die österreichische Nadelstichverordnung verpflichten Arbeitgeber, Produkte mit integriertem Schutzmechanismus bereitzustellen, wo immer dies möglich ist.
- Blutexposition beim Stechen. Klassische, offene Kathetersysteme verursachen häufig einen kurzen Rückfluss von Blut, sobald die Nadel zurückgezogen wird. Das ist nicht nur unangenehm für Patientinnen – es bedeutet auch eine vermeidbare Kontaminationsquelle für das Personal.
- Mechanische Venenreizung und Phlebitis. Die Phlebitisrate steigt mit der Verweildauer, sie hängt aber auch stark vom Kathetermaterial und der Schlifftechnik der Nadel ab. Ein zu steifer Katheter oder eine traumatische Punktion ziehen Komplikationen nach sich, die spätestens beim nächsten Verbandwechsel sichtbar werden.
Die KÄB Venotiva ist konstruktiv so gebaut, dass sie alle drei Punkte aufgreift. Schauen wir uns das im Detail an.
Geschlossenes System: kein Blutkontakt während der Punktion
Die Venotiva ist als geschlossenes Kathetersystem konzipiert. Das bedeutet: Beim Einführen der Nadel tritt kein Blut nach außen. Die Flashback-Kammer ist transparent ausgeführt, sodass die korrekte Lage der Kanüle in der Vene sofort sichtbar wird – aber das Blut bleibt im System. Gerade in der Notfallaufnahme, wo häufig zwischen mehreren Patienten gewechselt wird und Schutzbrillen nicht immer konsequent getragen werden, ist das ein hygienischer Vorteil, der sich messen lässt.
Hinzu kommt eine doppelte Flashback-Technologie. Sowohl an der Nadelspitze als auch im Bereich des Katheteransatzes wird der Blutrückfluss sichtbar. Das erhöht die Erstpunktionsrate – also den Anteil der Anlagen, die beim ersten Versuch gelingen – spürbar, gerade bei Patientinnen mit schwierigem Venenstatus.
Automatischer Nadelstichschutz
Der Sicherheitsmechanismus der Venotiva aktiviert sich passiv – ohne zusätzlichen Handgriff des Anwenders. Sobald die Nadel aus dem Katheter zurückgezogen wird, schiebt sich ein integrierter Nadelschutz über die Spitze. Anwenderseitige Fehler beim Aktivieren des Schutzes, wie sie bei manuellen Systemen vorkommen, sind damit ausgeschlossen.
Das ist nicht nur ein Sicherheitsgewinn für das Personal. Es vereinfacht auch die Einarbeitung neuer Kolleginnen und reduziert die Dokumentationspflichten nach Stichverletzungen – ein Aufwand, der in Häusern mit hoher Personalfluktuation nicht zu unterschätzen ist.
Material und Schliff: was das im Alltag bedeutet
Der Katheter besteht aus Polyurethan (PU). PU hat gegenüber älteren PTFE-Kathetern den Vorteil, dass es sich nach der Punktion durch die Körperwärme leicht erweicht. Der Katheter passt sich der Vene an, was die mechanische Reizung reduziert. In der Praxis bedeutet das: weniger Phlebitis-bedingte Wechselvorgänge und damit auch weniger Schmerzen für die Patienten.
Die V-förmige Kanüle mit Rückenschliff ist auf einen sauberen, kleinen Einstich ausgelegt. Im Vergleich zu Standardschliffen entstehen kleinere Verletzungen der Gefäßwand, was die Heilung nach Entfernung beschleunigt. Wer regelmäßig Geriatriestationen beliefert, kennt das Thema: Bei dünner werdender Haut und fragilen Venen macht der Unterschied zwischen einem aggressiven und einem schonenden Schliff sehr viel aus.
325 psi Druckstufe: relevant für die CT-Diagnostik
Ein Punkt, der in der Anschaffungspraxis häufig untergeht: Die Venotiva ist für eine Druckstufe von 325 psi (22 bar) zugelassen. Das prädestiniert sie für die Kontrastmittelinjektion in der Computertomographie. In vielen Häusern wird für Standard-Infusionstherapie und CT-Diagnostik mit zwei unterschiedlichen Kathetersystemen gearbeitet – die Venotiva deckt beide Anwendungen ab. Das reduziert die Lagerhaltung und vereinfacht die Schulung, ohne in der Standardanwendung Abstriche zu machen.
Die Größen im Überblick
Die Venotiva ist in drei Größen verfügbar, jeweils farbcodiert nach ISO 10555. Die Farbcodierung entspricht dem internationalen Standard – wer also schon mit anderen PVVK arbeitet, findet sich sofort zurecht.
Artikelnr. | Farbe | Gauge | Katheterlänge | Außen-Ø (mm) | Durchfluss |
K010322 | Blau | 22G | 25 mm | 0,9 | 33 ml/min |
K010320 | Rosa | 20G | 32 mm | 1,1 | 58 ml/min |
K010318 | Grün | 18G | 32 mm | 1,3 | 84 ml/min |
Geliefert wird in 50er-Packungen, 200 Stück pro Karton. Alle Größen sind latex- und DEHP-frei, MRT-tauglich und mit dem nadellosen Konnektor nach ISO 80369-7 ausgestattet.
FAQ
Wie lange darf die KÄB Venotiva in der Vene verbleiben?
Die Venotiva ist für den kurzfristigen peripheren Zugang konzipiert. Die Verweildauer richtet sich nach den internen Hygienestandards des Hauses – die KRINKO-Empfehlung sieht keine fixe Wechselfrist mehr vor, sondern empfiehlt die tägliche Inspektion und einen klinisch indizierten Wechsel.
Ist die Venotiva MRT-tauglich?
Ja, das Kathetersystem kann in der MRT-Umgebung verbleiben. Beachten Sie jedoch die Vorgaben Ihres jeweiligen Gerätes hinsichtlich Feldstärke.
Wie verhält sich die Kanüle bei der Power-Injektion im CT?
Die Druckstufe von 325 psi liegt oberhalb der üblichen 300-psi-Grenze klinischer Power-Injektoren. Vor der Druckinjektion muss der Entlüftungsstopfen entfernt und das System mit steriler Kochsalzlösung gespült werden. Die Durchgängigkeit ist unmittelbar vor der Injektion zu prüfen.
Ist eine Schulung des Personals erforderlich?
Für die korrekte Anwendung – wie bei jeder PVVK – ist eine Schulung in Venenpunktion erforderlich. Der Sicherheitsmechanismus selbst aktiviert sich passiv und benötigt keine separate Einweisung. Gerne stellen wir Schulungsunterlagen zur Verfügung.
Bestellung und Beratung
Die KÄB Venotiva (Artikelnummern K010318, K010320, K010322) ist über unseren Onlineshop unter kaeb.at/shop verfügbar. Wenn Sie ein Muster anfordern oder eine Vergleichsrechnung zu Ihrem aktuellen Lieferanten wünschen, erreichen Sie unseren Innendienst unter +43 6245 84051. Außerhalb der Bürozeiten freuen wir uns über eine Nachricht an office@kaeb.at.
